Responsive Webdesign – So überzeugst du deine Kunden

Responsive Webdesign ist eine wirklich wichtige und beeindruckende Technik im Alltag von Designern geworden. Doch zukünftigen Kunden die Vorteile von Responsive Webdesign zu erklären, gestaltet sich oft noch etwas schwierig. Hat man jedoch die genauen Erwartungen und Bedürfnisse des Kunden im Blick, geht alles viel einfacher von der Hand. Die Technik des Responsive Designs ist wirklich eine sehr gute Sache. Darüber braucht man hier wahrscheinlich nicht lange zu diskutieren. Treffen jedoch Designer bzw. Entwickler und der Kunden aufeinander, wird Responsive Design oft nicht genügend gewürdigt.

In der täglichen Arbeit in einer Webdesign Agentur oder Werbeagentur betreut man Kunden aus ganz verschiedenen Branchen und Wirtschaftsstufen. Meist läuft die Beratung und Arbeit sehr problemlos ab. Doch der ein oder andere zukünftige Kunde benötigt eine besondere Behandlung, wenn es um den Bereich Responsive Webdesign geht. Aus langer Erfahrung gesehen, können die Kunden, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, in drei Kategorien unterteilt werden: „Die Konservativen“, „die Innovationsbereiten“ und „die Kenner“.

Responsive Webdesign

Der Konservative

„Responsive Webdesign? So etwas können wir nicht gebrauchen. Unsere Kunden sind alle so wie wir und benutzen Desktop-PCs um auf unsere Inhalte zuzugreifen.“ Solche Sätze hört man immer wieder von dieser Kundenkategorie. Der konservative Kunde fühlt sich meistens nur auf dem Desktop-PC wohl und weigert sich sein geliebtes, aber uraltes Handy durch etwas moderneres zu ersetzen. Für diesen Kunden ist es vor allem wichtig, dass seine Internetseite auf seinem Rechner (4:3 mit 1024 x 769 Pixel) in seinem Browser (vorzugsweise IE8) funktioniert.

Der innovationsbereite Kunde

Ein weiteres Extrembeispiel sind die Kunden, die zu Weihnachten ein iPad geschenkt bekommen haben und darin die einzig richtige Zukunft sehen. Sie sind sozusagen bereit für Neuerungen und Innovationen. Zwar haben alle Medien den mobilen Trend schon lange wahrgenommen, doch nur die Erfahrungen mit dem Gerät selbst, überzeugt deinen aktuellen Kunden. Wer denkt, dass diese Kunden einfacher zu überzeugen sind, irrt sich. Denn hinter vielen dieser Innovations-Typen verstecken sich die konservativen Kunden. Sie wechseln von einem Gerät zum anderen, sehen die Welt nur noch durch das jeweils neue Gerät und sind dabei der festen Überzeugung, dass die restliche Welt das auch macht. Doch insgesamt betrachtet, ist dieser Kundentyp deutlich interessierter und aufgeschlossener für Argumente als der Konservative. Er hat schließlich den Sprung in die Gegenwart gewagt und will sich nicht mehr mit dem technischen Stand von vor zehn Jahren abgeben. Der Wille zum Fortschritt ist immer gut für jedes Projekt.

Der Kenner

Die Kenner bringen eine ganz besondere Auswahl an Erwartungen und Erfahrungen mit. Sie wissen genau, was Responsive Webdesign ist und wie man es verwenden kann. Diese Kunden sind zwar keine Entwickler oder Designer, wissen jedoch mit den wichtigsten Fachbegriffen umzugehen. Diese Kunden werden von sich aus auf dich zukommen, und wollen ein Responsive Design für ihre Internetseite entwickelt bekommen. Doch dieses Wissen führt oft zu einem ganz anderen Problem: Durch sein vermeintliches Wissen geht dieser Kundentyp schnell dazu über, alle Überlegungen für dich zu übernehmen und dir deine Arbeit vorzuschreiben. Das Ergebnis sind spontan angeforderte Änderungen und sehr anstrengende Preisverhandlungen. So wird es schwer, einen festen Arbeitsprozess beizubehalten.

Dem Kenner ist das Thema Responsive Webdesign nicht unbekannt, trotzdem musst du bei diesen Kunden besonders vorsichtig sein. Das Wissen, eher das vermeintliche Wissen, das der Kunde hat, birgt großes Konfliktpotential. Der Kunde wird dann selbst zum Experten mutieren und anfangen dir deine Arbeit zu erklären.

Responsive Webdesign für die konservativen Kunden

Sitzt dir eines Tages einer dieser Kunden am Konferenztisch gegenüber, steht dir viel Überzeugungsarbeit bevor. Dabei geht es nicht nur darum, die allgemeinen Trends zu erläutern und mit Zahlen zu hinterlegen. Um es wirklich zu verstehen, muss der Kunde Responsive Design einfach selbst erleben. Für diesen Fall ist es immer gut, Simulatoren und Testgeräte auf dem eigenen Laptop dabei zu haben, sodass spätestens nach der dritten Erklärung die wichtigsten Vorteile von Responsive Design klar werden.

Doch selbst wenn der für Innovationen bereite Kunde oder der Konservative die Grundzüge des Responsive Designs verstanden hat, den Sinn dahinter sieht er meist nicht. Die häufigsten Absagen sind in dem Fall „Unsere Kunden sind alle viel zu konservativ für diese Technik“ oder „Unsere Kunden benutzen sowieso keine mobilen Geräte“.

Hat man etwas Glück, zeigen die Statistiken dem Kunden, wie die Realität aussieht und man kann ihn von den Vorteilen von Responsive Webdesign überzeugen. Doch auch wenn die Zahlen gegen dich sprechen: der Mangel an mobilen Besuchern liegt meistens im Fehlen einer entsprechenden technischen Lösung für die Internetseite. Nichts fördert die Absprungrate eines Internetsurfers so sehr, wie die fehlende technische Unterstützung des bevorzugten mobilen Gerätes. Grundsätzlich ist es sehr wichtig, Kunden Lösungen zu verkaufen. Dabei ist es hilfreich, nicht nur die Probleme die der Kunde selbst mitteilt zu erkennen. Du solltest auch selbst Weitsichtigkeit und Expertise zeigen, um ihn überzeugen zu können.

Responsive Webdesign – So kannst du deinen Kunden wirklich überzeugen

Responsive Webdesign für Kenner

Es gibt bei dieser Kundenkategorie eigentlich nur einen Ausweg: Du musst dir darüber ganz sicher sein, dass du dich bei der aufgetragenen Dienstleistung besser auskennst als dein Kunde. Wenn das nicht der Fall ist, solltest du besser sofort aufstehen und gehen. Du musst dem Kunden klarmachen, dass du der Fachmann bist und dich auskennst. Du bist nicht einfach nur ein Werkzeug deines Kunden und somit durchaus in der Lage, deine eigenen Aufgaben einzuschätzen und ordnungsgemäß durchzuführen. Dieser Kundentyp möchte oft auch nur bewusst mit dem eigenen Wissen und seinen Erfahrungen provozieren. Er versucht deine Fähigkeiten einzuschätzen und stellt falsche Behauptungen auf um dich zu testen. Zeige deinem Kunden, wie weit deine Aufgaben bei ihm gehen. Er wird dann verstehen, dass sich hinter einer vermeintlich einfachen Dienstleistung oft deutlich komplexere Vorgänge verstecken. Wurde dieser schwierige Balance-Akt erst einmal überstanden, werden die zukünftigen Verhandlungen mit deinem Auftraggeber deutlich einfacher ausfallen. Wenn du schon eine gewisse Berufserfahrung vorweisen kannst oder dir bereits einen Namen gemacht hast, geht das natürlich alles leichter. In jedem Fall gilt jedoch: Wenn deine Argumentation und der Aufbau deiner Arbeit nachvollziehbar sind, wird es für deinen Kunden schwer, Argumente dagegen zu finden.

Ein detaillierter Kundenvertrag kann auch sehr hilfreich sein, ist jedoch um die Beziehung zum Kunden nicht zu belasten, schnell gedehnt und ausgehebelt. Eine freundliche und kompetente Kommunikation führt oft schon zum richtigen Erfolg in diesen Angelegenheiten und stellt sicher, dass beide Seiten zufrieden mit dem Verlauf der Zusammenarbeit sind.

Responsive Webdesign: Internetseiten für jetzt und die Zukunft

Viele machen den Fehler, Responsive Design nur als Unterstützung der Internetseite auf mobilen Geräten zu beschreiben. Dabei kann es so viel mehr. Es ist damit möglich, sich nicht auf die starre Größe eines Bildschirms festlegen zu müssen, die zur Zeit auf dem Markt ist und den Hauptanteil unserer Besucher ausmacht. Internetseiten werden von Entwicklern schließlich für die Zukunft gebaut und sollen für jedes mögliche Endgerät angepasst werden können.

Auch für die Optimierung von Suchmaschinen kann das Responsive Webdesign sehr viel wert sein. Erst vor Kurzem wurden die Bewertungskriterien für Internetseiten geändert, sodass die Verwendung von mobil optimierten Internetseiten von Google belohnt wird. Es wird nicht mehr lange dauern, bis das Fehlen dieser Lösungen zu einer negativen Bewertung für die Webseite führen wird.

Die wichtigste Voraussetzung sollte aber immer stimmen: die Notwendigkeit für einen Responsive Webdesign-Ansatz. Für die meisten Projekte kann die Aufteilung in eine mobile und eine Desktop-Webseite sehr sinnvoll sein. Es gibt jedoch tatsächlich auch Projekte, für die Responsive Webdesign einfach nur unnötig ist. Auch das sollte man frühzeitig erkennen.

Fazit

Das Thema Responsive Webdesign ist noch lange nicht in den Köpfen aller Kunden angekommen. Auch für viele Kunden sind die wichtigen Vorteile nicht automatisch ersichtlich. Und selbst wenn die Vorteile vom Gegenüber verstanden und akzeptiert werden, heißt das noch lange nicht, dass sie voller Begeisterung in die meist teure Umsetzung einwilligen werden.

Als Designer bzw. Entwickler ist es wichtig, dem Kunden Lösungen anzubieten, statt einfach nur Features zu verkaufen. Hierbei muss über den Horizont des Kunden hinaus geblickt werden. Entwickler und Designer müssen aufzeigen, wie weitsichtig die Investition in ein Responsive Design sein kann und dass sich die Verwendung wirklich lohnt. Wenn der Kunde kein Neuling auf dem Gebiet des Responsive Designs ist, wird er vielleicht versuchen, dich mit seinem Wissen herunterzuhandeln oder zusätzliche Leistungen umsonst verlangen. Dagegen hilft nur Souveränität und Kompetenz in deiner Kommunikation mit ihm.

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Hi, ich bin Mika - WordPress-Enthusiast und Webworker aus Leidenschaft. Ich bin Inhaber der Webdesign Agentur Wolkenhart und Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

12 thoughts on “Responsive Webdesign – So überzeugst du deine Kunden

  1. Michael @ Equinoxe

    Sehr interessanter Artikel. Dass ein fehlendes Responsives Design bald von Google abgestraft werden könnte sollte man auf jeden Fall bedenken.
    Wenn das Design und auch der technische Aufbau einer Website aber intelligent angelegt ist, wird das auch nicht sehr viel teurer. Wir machen eigentlich garkeine Websites mehr ohne responsives Design…

  2. Manuel

    Da es in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist und weiter an Wichtigkeit gewinnt, ist Responsive Webdesign für gutes Marketing unverzichtbar.

    Da die meisten jüngeren teilweise nur noch Ihre Smartphones benutzen und selbst Einkäufe über diese tätigen, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis sich jedes starke Unternehmen darüber gedanken machen muss.

  3. Dennis

    Hey,
    ein reponsives Design ist in meinem Augen, in der heutigen Zeit, enorm wichtig und nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen gehen mit einem mobilen Gerät ins Internet, teilweise sogar erst mit dem Smartphone und danach erst am PC. Somit ist es wichtig, dass die Website auf jedem Gerät ohne Probleme funktioniert und dargestellt wird.

    Ich merke es auch in der Firma wo ich arbeite, dass dies bei vielen Kunden nicht angekommen ist. Viele Kunden haben immer noch kein responsive Design, aber wollen auch nicht wirklich verstehen wofür man dies denn benötigt.

    Kann man wohl nichts machen. Ich sehe auch so im Netz noch viele Seiten, die für mobile Geräte nicht optimiert sind. Ich bin mal gespannt ob und wann das Ganze dann mal bei jedem ankommt. :) Immerhin wird es ja auch für Google immer wichtiger.

    LG
    Dennis

  4. Christian

    Responsive ist ja auch nicht gleich Responsive.

    Wenn ich mir beispielsweise die ganzen WordPress Webseiten anschaue, dann ist das, was die Themes mitbringen, meist sehr gut und ausreichend.
    Aber die Frage ist ja, was für ein Business ich habe und wie wichtig dabei die Usability ist. Bin ich eine reine “Infoseite”, reicht das verkleinern mit Sicherheit. Habe ich ein z.B. ein Immobilienportal, sollte ich mir kurz Gedanken über die richtige Anordnung der Elemente machen. Und da ist es meist schwieriger, als “nur” die Webseite zu verkleinern.

    Aber in einem bin ich dabei: Es ist bei weitem noch nicht bei jedem angekommen, überhaupt mal die eigene Webseite zu überarbeiten ;-)

  5. Stefan

    Responsive Webdesign sollte 2016 selbstverständlich sein, möchte man meinen. Im Freundeskreis meiner fast erwachsene Kinder ist “jeder” fast ausschließlich nur noch mit dem Smartphone im Internet unterwegs, selbst wenn ein Desktop-PC in der Nähe steht. Das Problem des “Konservativen” kenne ich nur zu gut und ich versuche ebenfalls mit Zahlen und Trends zu überzeugen, bisher hat das noch immer funktioniert.

  6. Christian

    Sehr guter Artikel. Unter anderem soll ja im Mai ein Update von Google kommen, welches responsive Websiten in den Suchergebnissen bevorzugt. Ein weiterer Grund für responsive Design.

  7. Malte

    Danke für diesen Beitrag.

    Habe gerade wieder mit so ein paar eher unbelehrbaren Kunden zu kämpfen, die einfach nicht das Geld in die Hand nehmen, um ihre Seiten endlich mal ordentlich responsiv zu machen. Auch wenn es längst mehr als überfällig wäre.

    Vielleicht gelingt es mir mit deinen Tipps ja vielleicht, sie endlich zu überzeugen.

  8. Philipp

    Das finde ich mal einen guten Punkt, responsives Design nicht als Lösung für mobile Geräte zu verkaufen, sondern als zukunftsorientiertes Design. Stichwort 4k Monitore, noch sind es wenige, aber die Dinger sind ja auch im Kommen. Da sieht eine Webseite im Vollbildbrowser schnell mal etwas verloren aus.

  9. Tobias

    Man drücke dem Kunden ein Smartphone in die Hand und lasse ihn eine nicht responsive Seite öffnen.
    Und schon kann man den Kunden sehr schnell überzeugen!

  10. AleyKey

    Oft fällt mir auch bei Leuten auf, dass die den Sinn dahinter gar nicht verstehen.
    Ich hab so oft Leute erlebt die eine Webseite als responsive bezeichnet haben, weil Sie wie auf der Desktop Version, aber nur in verkleinerter Form auf Ihrem Handy zu sehen waren. Man muss oft erklären wie wichtig es ist User auf den Webseiten gezielt zu führen und was es für einen Nutzen hat, oft ist man als Webdesigner in der Position, dass man auf einem so hohen Level und so tief in der Materie ist, dass man vergisst, dass es sich bei Kunden oft auch um Menschen handelt, die nicht selten gar keine Kenntnisse in dem Bereich haben.

    Als ich Aufträge entgegen genommen habe, habe ich immer eine Liste vor einem neuen Termin gemacht, zu möglichen Fragen und Erklärungen und bin davon ausgegangen, dass der jenige keinerlei Bezug zur Materie hat. Das hilft einem oft bei Sachen die man erklären muss, um natürlich die Banbreite des Auftrages zu erhöen und natürlich um den Nutzen verständlich zu machen.

    LG

    AleyKey

  11. Patrick

    Responsive Webdesign ist natürlich gut für SEO, aber wenn dein Content schlecht ist, dann hast du wieder ein Problem. Das verstehen die Kunden leider nicht direkt. Toller Artikel!

  12. Tom

    Interessanter Artikel!
    Natürlich kann mit responsive Webdesign eine gute Suchmaschinenoptimierung gewährleiste werden. Da stimme ich meinen Vorredner zu. Wichtig ist seinen Kunden die offensichtlichen Vorteile vor Augen zu führen.

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